Hausen und Wohnen: Zwei graduell unterschiedliche Weisen des Eingebundenseins in die Umgebung bzw. in die Welt. Die Texte erkunden in losen Zusammenhangen die Dialektik von geschlossenen und offenen Wohnsituationen in Bezug auf die Lebenswelt in sowohl historischer als auch (inter)kultureller Perspektive. Als Reprasentanten solcher Wohnbehausungen werden einerseits reale Bauwerke wie Gehause, Zelte, Hutten oder Traditionsbauten angefuhrt, aber auch zeitgenossische Architektur, die das Potenzial solcher Grundformen zu nutzen wei, wie bei Le Corbusier oder in der jungeren japanischen Architektengeneration bei Sou Fujimoto, SANAA, Toyo Ito u. a. Andererseits wird der Architekturdiskurs mit Diskursen aus anderen Bereichen, die zur selben Thematik beitragen, unterlegt. Dabei wird das Eingebundensein in die Welt aus verschiedenen Perspektiven thematisiert: phanomenologisch, anthropologisch, psychoanalytisch oder literarisch, wie etwa bei Gaston Bachelard, Tim Ingold oder Peter Handke In all den Diskursen wird aber deutlich, wie sich Wohnen als existenzielles Bedurfnis des Menschen uber alle Zeiten und Kulturen hinweg real wie symbolisch in elementaren Formen Ausdruck verschafft. Wieviel Hausen steckt im Wohnen? eine Frage nicht nur von architektonischer Relevanz, sondern auch ein Indikator fur okologisches Bewusstsein.