Massenkultur"e; steht fur die Gesamtheit der industrialisierten Freizeit-, Konsum- und Medienwelten der Moderne. Aber Massenkultur ist nicht nur Kulturindustrie"e;. Massenkultur ist vielmehr das Medium moderner Erfahrung. Deshalb ist sie fur moderne Gesellschaften von transzendentaler Bedeutung. Entscheidend fur diese Erfahrung sind die artifiziellen Wirklichkeiten, die im 20. Jahrhundert aus der Synthese von Technisierungs- und Asthetisierungsprozessen entstanden sind. Massenkultur - so lautet die These der Studie - verleiht ihrer prinzipiellen Moglichkeitsoffenheit jene unbezweifelbare Selbstverstandlichkeit, die sie zum funktionellen Prinzip moderner Lebenswelten macht. Massenkultur ist damit eine Kontingenzkultur"e;. Sie setzt voraus, da das, was ist, auch anders moglich ist. Aber sie problematisiert die relative Unbestimmtheit nicht als Unsicherheit, sondern positiviert sie als Voraussetzung konstruktivistischer Freiheit. Aus diesem Grund ist Massenkultur auch keine restringierte Kultur. Sie ist vielmehr die Kultur des generalisierten Moglichkeitssinns"e;. Allerdings realisiert sich dieser Moglichkeitssinn"e; nur im Medium seiner kommunikativen Normalisierung. Eine Normalisierungsgesellschaft"e; ist deshalb die soziale Dimension der massenkulturellen Moglichkeitsoffenheit. Ihr funktionelles Prinzip ist wettbewerbsformige Optimierung in einer universellen Struktur der standardisierten Anschlufahigkeit. Und Massenkultur wird damit zur genuinen kulturellen Form des gesellschaftlichen, in performativer Immanenz gegrundeten Zeitalters. Massenkultur - so liee sich die These der Studie deshalb kritisch wenden - ermoglicht die Universalisierung individueller Selbstentfaltung, indem sie diese unaufloslich an soziale Anschlufahigkeit bindet. Man mag darin die einzige Form von Freiheit sehen, die wirklich verallgemeinerbar ist. Aber man konnte hier auch von einem neuen, nicht politischen, sondern gesellschaftlichen, namlich dem kommunikativen Typ der Unfreiheit sprechen.