Literatursoziologische Fragen sind seit einiger Zeit wieder ins Blickfeld der germanistischen Forschung geruckt, nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen, okonomischen und technologischen Entwicklungen, die die Literaturbranche grundlegend verandern. Die Kinder- und Jugendliteratur ist Teil dieser Veranderungen und zugleich schon immer ein Feld, das germanistische Konzepte von literarischem Wert, von l'art pour l'art"e; und Autorschaft vor besondere Herausforderungen stellt. Serielle Erzahlungen entstehen aus der Arbeit von Autor:innenkollektiven, im Bilderbuch verwischt die Grenze zwischen Autor:innen und Illustrator:innen. Die unter Erwachsenen gefuhrte literarische Kommunikation offnet sich, wenn junge Menschen auf YouTube, Bookstagram und TikTok zu Kritiker:innen werden und damit auch die Vorherrschaft erwachsener Literaturkritik und Gatekeeper:innen unterlaufen. Und nicht zuletzt schreiben und publizieren Kinder und Jugendliche auf digitalen Plattformen selbst.Der geplante Band widmet sich einerseits in grundlegenden Beitragen mit dem kinder- und jugendliterarischen Feld, exploriert Konzepte von Autorschaft und beschaftigt sich in Fallstudien mit Autor:inneninszenierungen in historischer und aktueller Perspektive. Weitere Kapitel beschaftigen sich mit Texten und Genres, in denen das Schreiben und die Schrift selbst thematisiert wird, sowie mit digitalen Schreibpraxen.