Die Naturalisierung der Geschlechterordnung hat eine eminent politische Bedeutung. Dies lasst sich an der Geschichte der Geschlechter in vormodernen Gesellschaften beobachten, gewinnt aber auch in unseren Tagen erneut unerwartete Aktualitat. Die vermeintliche Natur -Ordnung der Geschlechter, die teils explizit behauptet, teils aber auch begrundungslos vor-ausgesetzt wird, demonstriert die Wirkungsmacht von Naturalisierung in besonderem Mae. Gerade hier wird die Umwandlung gesellschaftlich-kulturell bedingter und historisch variabler Verhaltnisse in vermeintlich ahistorische und invariable Naturgegebenheit und Naturnotwendigkeit exemplarisch deutlich. Der Band zeigt Strategien und Modelle der Naturalisierung der Geschlechterordnung sowie die Breite und Varianz der Geschlechterrollen vom Alten Testament und der klassischen Antike uber naturphilosophische Spekulationen im Mittelalter bis in die Literaturen und die Kunst der Neuzeit.