Der Literatur wird in der neueren Literaturwissenschaft aufgrund ihrer Fiktionalitat haufig eine Offenheit und 'Gewaltfreiheit' zugeschrieben, von der zu fragen ware, ob sie nicht vielmehr ein Diskursphanomen der jungsten Entwicklungen der Literaturwissenschaft ist, die Nachwirkung des sogenannten 'ethical turn'. Der Band untersucht deshalb Literatur, in der es nicht nur inhaltlich um Bewertungen von Gewalt geht, sondern die auch mit narrativen Mitteln operiert, die eine eindeutige Lesart unmoglich machen - Texte also, die zur Stellungnahme herausfordern. Die Frage nach Gewalt und Gewaltfreiheit in Literatur und Literaturwissenschaft wird damit neu perspektiviert - die Debatte ist wieder offen.