In der Informationsgesellschaft bilden Massenmedien und verschiedene Kanale der Massenkommunikation zusammen das wichtigste Offentlichkeitsforum. Die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft bedeutet neue Strukturen und Formen der Interaktion, neue Moglichkeiten fur mehr Teilhabe, neue Chancen fur kritische Gegenoffentlichkeit und Alternativbewegung(en). Die vorliegende Publikation untersucht die heutige Medienlandschaft in Russland, die von einer monopolartigen Kontrolle der klassischen Medien durch den Staat gepragt ist. Diese Medien gehen sukzessive in den Besitz regierungsfreundlicher Unternehmen uber und sind einer rigiden Gesetzgebung ausgesetzt, die sich zudem rapide andert. Die Untersuchung versucht die Fragen zu beantworten, wie das wachsende Misstrauen gegenuber den staatlichen Strukturen und den traditionellen Medien sowie der Mangel an sozialer Kommunikation offline die Entwicklung von Online-Angeboten und ihre inhaltliche Agenda im Lande pragen, wie neue Medien und das Social Web die offentliche Meinung in Russland beeinflussen, wie sie von Vertretern der Zivilgesellschaft und unabhangigen sozialpolitischen Akteuren genutzt werden, welche Moglichkeiten neue Technologien fur sie bieten und welche Perspektiven dadurch eroffnet werden.