Als Helmut Wendt mir vor einiger Zeit erz hlte, er sei dabei, ein Buch ber die Pflege dementiell Erkrankter durch Angeh rige zu schreiben, war mein erster Gedanke: "Schon wieder ein Buch ber Demenz " Dann aber bekam ich die ersten Ausz ge des eingearbeiteten Tagebuches einer pflegenden Tochter zu Gesicht und mit jeder Fortsetzung wartete ich gespannt auf noch mehr Informationen, denn ich stellte fest: Dies ist kein Buch wie alle anderen Hier wird der t gliche Ablauf bei Pflege und Betreuung aufgezeigt, wie er wirklich war und wie er auch jederzeit bei anderen Angeh rigen und Betroffenen auftreten kann. Unterlegt wird der Verlauf der Pflege und der Betreuung durch zahlreiche Dokumente wie Briefe, Gutachten, Gerichtsschreiben, Arztberichte, usw.. Ganz deutlich wird auch gezeigt, welche Kraft pflegende Angeh rige t glich oft rund um die Uhr aufbringen m ssen und welche b rokratischen H rden dazu h ufig noch genommen werden m ssen. In meinen Gespr chen mit hilfesuchenden Angeh rigen von dementiell Erkrankten stelle ich immer wieder fest, dass Pflege und Betreuung am Anfang sehr stark untersch tzt werden, sich dann aber sehr schnell der im Buch dargestellten Situation n hern. Auf unseren Informationsveranstaltungen zu Demenzerkrankungen wird mir immer wieder erz hlt: "Ein bisschen mehr einkaufen, kochen usw. werden die Kinder doch wohl noch schaffen " "Wir stellen doch keine gro en Anspr che ..." "Ich habe ganz liebe Kinder, die machen das schon ..." "Die Eltern sind doch bescheiden und pflegeleicht ..." Oder Gespr che verlaufen so: "Du wohnst im Haus (oder in der N he), da kannst Du doch wohl ..." "Wir waren doch auch immer f r dich da, wenn du als Kind mal krank warst ..." "Machen Sie sich nicht zu viel Gedanken, Sie haben doch Kinder, die werden sich schon um sie k mmern ..." - sind teilweise Aussagen von rzten. "Eine Vorsorgevollmacht ist wirklich wichtig, wir machen sie dann, wenn wir sie brauchen ..." Pflege und Betreuung wird meistens sehr stark untersch tzt. "Das bisschen Pflege ..." wird oft von den sp ter zu pflegenden Familienmitgliedern aber auch von Angeh rigen (die nicht pflegen wollen/k nnen) vorgebracht, besonders denen gegen ber, die dann f r die Pflege und/oder die Betreuung zust ndig sein sollen. Das Buch wendet sich nicht nur an Angeh rige, sondern auch an die Menschen, die bei der Pflege helfen oder entlasten wollen (so wie wir von der Alzheimer-Gesellschaft) und an Menschen, die sich fr hzeitig Gedanken machen ber den Lebensabschnitt, den sie nicht mehr eigenverantwortlich bestimmen k nnen. Gregor Jannes Alzheimer-Gesellschaft L chow-Dannenberg e.V.