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Simplicianisches Erzaehlen in Grimmelshausens «Wunderbarlichem Vogel-Nest»
Simplicianisches Erzaehlen in Grimmelshausens «Wunderbarlichem Vogel-Nest»
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Simplicianisches Erzaehlen in Grimmelshausens «Wunderbarlichem Vogel-Nest»

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Grimmelshausens Vogelnest-Romane sind Variationen uber das schon im Springinsfeld auftauchende Problem, ob der Mensch aus sich heraus zum Guten fahig ist, auch wenn er unbemerkt das Bose tun kann. Dabei erweist sich das christliche Gewissen als entscheidende Instanz zur Selbsterkenntnis, wobei das richtige Verstandnis der gottlichen Schopfung oder die Anleitung durch einen geistlichen Fuhrer entscheidend weiterhelfen. Beide Romane werden als Beispiele fur selbstkritisches Erzahlen im Sinne einer augustinischen Lebensbeichte in die Tradition des Simplicissimus gestellt. Das unsichtbar machende Vogelnest erscheint in Titelkupfer und Text zwar als poetologische Allegorie des weltkritischen Satirikers, jedoch nicht des simplicianischen Erzahlers, welcher vielmehr erst aufgrund seines Verzichts auf das Zauberding zur notwendigen Selbstsatire fahig wird. Eine saubere Unterscheidung des Ich-Erzahlers vom handelnden Helden ermoglicht die auktoriale Zuordnung der satirischen Storichtung gegen eine verkehrte Welt, die in vieler Hinsicht vom Wahn betrogen wird, wobei auch helles Licht auf Grimmelshausens religiosen Standpunkt fallt. Als moralisches Leitmotiv erweist sich das Prinzip, da die Sunder von anderen Sundern bestraft werden und da Gott das Ungluck als Strafe fur die Sunde, mehr aber noch als Angebot zur Besserung verhangt.
Undertittel
Ein poetologischer Kommentar
ISBN
9783653006445
Språk
Tysk
Utgivelsesdato
16.8.2011
Tilgjengelige elektroniske format
  • PDF - Adobe DRM
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