Seit der anthropologischen Wende der Aufklrung ist Religion als kontingentes Symbolsystem sichtbar geworden. Der Mensch wird damit vor die Aufgabe gestellt, dieses Symbolsystem kontinuierlich neu zu gestalten. In einer Zeit der zugespitzten Kultur- und Symbolkrise nimmt sich Hugo von Hofmannsthal dichterisch dieser Aufgabe an. Am Beispiel der Ehe-Thematik in den spten Komdien Hofmannsthals beschreibt die vorliegende Studie diese Poetik des Religisen als religionswissenschaftlich vorgeprgte Gedankenfigur, die verbindliche Symbole durch den rationalen Regress an den anthropologischen Urgrund neu zu erzeugen versucht. In den Blick rcken daher Vorstellungen wie das Soziale oder die hhere Notwendigkeit als Garanten fr religise Verbindlichkeit jenseits des Christentums.