Studienarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Weltgeschichte - Altertum, Note: 1,0, Ludwig-Maximilians-Universitat Munchen (Historisches Seminar), Veranstaltung: Basiskurs: Eine Republik der Verschworungen? Politische Konflikte im Rom des 1. Jahrhunderts vor Christus, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit befasst sich mit dem Leben und Wirken des Tiberius Gracchus und seinem Einfluss auf die Krise der romischen Republik. Einmal ist zu untersuchen, inwiefern das Ackergesetz wirklich Probleme der Republik hatte losen konnen und ob sich darin die von den Gegnern befurchteten revolutionaren Tendenzen wiederfanden. Naturlich ist auch infrage zu stellen, ob der adlige Tiberius bei seinen Reformansatzen ernsthafte altruistische Ziele hatte oder ob vielmehr auch personliche und machtpolitische Beweggrunde von ihm und seinen Anhangern eine Rolle spielten. Zuletzt muss analysiert werden, wie der politische Konflikt um die Abstimmung zum Gesetzesvorschlag so eskalieren konnte, dass es zum brutalen Mord an Tiberius kam, der einen Wendepunkt in der innenpolitischen Geschichte der Republik markiert. 162 v. Chr. wurde Tiberius Sempronius Gracchus als Sohn des gleichnamigen Tiberius Sempronius Gracchus und seiner Frau Cornelia in Rom geboren. Er ging als jener romische Politiker, der am vehementesten fur die Belange der Armen eintrat, in die Geschichte ein, doch wie schon Karl Christ schrieb, ist freilich immer zu berucksichtigen, dass auch die fuhrenden popularen Politiker (jene, die sich auf den Volkswillen beriefen und in ihrer Politik uber die Volksversammlung agierten) in der Regel von Haus aus Angehorige des Adels waren, die sich lediglich zu Stimmfuhrern der Plebs aufwarfen. Und eine vornehmere Herkunft hatte der junge Tiberius kaum haben konnen. Der altere Tiberius war Konsul der Jahre 177 und 163 gewesen; Cornelia gilt als die Frau der romischen Geschichte, uber die sich am meisten Quellenberichte finden lassen und war die Tochter des beruhmten Hannibal-Bezwingers Scipio Africanus. Der osterreichische Althistoriker Herbert Heftner meint dazu: Vor dem Hintergrund dieses familiaren Umfelds musste der Wunsch nach einer moglichst glanzenden Bewahrung in Politik und Krieg ganz von selbst den beherrschenden Platz im Denken des jungen Tiberius Gracchus einnehmen.