Das Buch untersucht das Verhaltnis zwischen Geschichts-Filmen und traditionellen Formen der Geschichtsschreibung. Dabei werden Anachronismen als die Schaltstellen begriffen, an denen jede Historiografie auf ihre eigene Medialitat stot. Das milde Lacheln der HistorikerInnen fur historische Spielfilme kritisiert zumeist deren Anachronismen. Ein genauer Blick auf die Geschichte der Geschichte zeigt aber, dass diese Einstellung zu Anachronismen selbst historisch gewachsen ist. Anachronismen verweisen auf die Medien, mit denen Geschichte geschrieben, erzahlt, gefilmt, gebaut oder gemalt wird. Filme als zeitgebende Bilder verandern die Zeit der Geschichte und ihre Angst oder Begeisterung fur Anachronismen. An Filmen von Martin Scorsese, Jean Marie Straub und Daniele Huillet, Joseph L. Mankiewicz und Derek Jarman wird gezeigt, wie filmisches Geschichtsbewusstsein auf die Leinwand kommt.