bella, la vita - Ein Ausruf des Gl cks, dessen Syntax 'zweigeteilt' erscheint. Solche S tze mit 'links' bzw. 'rechts' am Satzrand abgesetzten Nominalphrasen und deren pronominaler Reprise bzw. Vorwegnahme im Kernsatz werden als Left Detachment (LD) bzw. Right Detachment (RD) bezeichnet und sind haupts chlich in gesprochener Sprache zu beobachten. Traditionelle Grammatiken ber cksichtigen solche sogenannten segmentierten S tze kaum. Wieso aber versteht, akzeptiert und gebraucht sie jeder italienische Sprecher? Offensichtlich dr ckt bella, la vita etwas anderes aus und wird in einer anderen Situation gebraucht als die syntaktisch unmarkierte Form la vita bella. Worin genau aber bestehen semantische, pragmatische und diskursanalytische Unterschiede zwischen den beiden u erungen? Welche syntaktischen Funktionen k nnen berhaupt in LD- bzw. RD-Position stehen? Und welche pragmatischen Funktionen erf llen sie dann?Zur Beantwortung solcher Fragen widmet sich die vorliegende Studie der detaillierten Untersuchung gesprochener Sprache bzw. geschriebener Texte, die typische Charakteristika gesprochener Sprache aufweisen. Anhand zahlreicher Beispiele aus dem italiano parlato werden pragmatische Funktionen von LD und RD deutlich gemacht. Hierbei wird Sprache zwar synchron betrachtet, denn das Hauptaugenmerk liegt auf der Beschreibung aktueller gesprochener Sprache - zugleich ist aber Sprachwandel 'in actu' zu beobachten, der bis zur Grammatikalisierung bestimmter Formen gehen kann. Denn in der gesprochenen Sprache fallen Ver nderungen auf im Vergleich zu traditionellen Grammatiken und der normativen Sprache, die diese lehren. Man beobachtet den Sprachwandel demnach nicht nur r ckwirkend wie in der diachronischen Arbeitsweise, sondern man kann ihn sozusagen 'live miterleben'. Eine spannende Reise beginnt.