Wie l sst sich das literarische Werk einer j dischen Autorin verstehen, die in der ersten H lfte des 19. Jahrhunderts ber zwanzig Romane verfasste, aber rasch in Vergessenheit geriet? Diese Studie widmet sich Leben und Werk von Rebecca Friedl nder (1783-1850), einer der ersten j dischen Schriftstellerinnen im deutschsprachigen Raum. Im Zentrum steht die Frage, ob sich ihre Romane als literarische Assimilationsstrategien lesen lassen - als Versuch, zwischen j dischem Erbe, weiblicher Autorschaft und Adelssehnsucht eine Position in der Mehrheitsgesellschaft zu finden. Die Arbeit analysiert Friedl nders Texte im kulturhistorischen Kontext der j dischen Salonkultur, beleuchtet die Darstellung von Identit tskonflikten und das Verh ltnis zwischen Herkunft und literarischer Selbstverortung. Dabei zeigt sich: Friedl nders Romane spiegeln nicht nur individuelle Erfahrungen, sondern dokumentieren auch das Spannungsfeld einer Generation zwischen Anpassung und Selbstbehauptung. Die Studie leistet einen Beitrag zur Wiederentdeckung j discher Autorinnen und zur Sichtbarmachung weiblicher Perspektiven in der Literatur um 1800.