Die vorliegende Studie widmet sich den Wechselwirkungen zwischen Literatur und Okkultismus in Wien um 1900. Sie nimmt dafur erstmals ein umfangreiches und disparates Textkorpus in den Blick und fragt, wie sich die philologische Arbeit zu einem Weltbild verhalt, in dem nichts zufallig und alles bedeutsam ist. Das okkulte Wissen bewegt sich im Bereich der "Grenzwissenschaft" Es drangt in autorisierte Gebiete und betreibt eine Verschiebung der konventionellen Grenzen fur Wissenschaft, Gesellschaft, Politik und Kunst. Kurzum, es betrifft um 1900 das Selbstverstandnis eines modernen, fortschrittlichen Lebens. Die Literatur ist hierbei nur eine kunstlerische Ausdrucksform unter vielen, in denen Grenzen ausgelotet und verschoben werden. Das Herzstuck dieser Studie bilden neun Themenkomplexe, die das Okkulte in seinen alltaglichen Erscheinungsweisen anhand unterschiedlicher literarischer und nicht-literarischer Texte greifbar machen.