Hendrik Trescher zeigt, dass der Heimalltag vonMenschen mit Behinderungen oftmals von Regulierung, Überwachung und asymmetrischenAbhängigkeitsverhältnissen geprägt ist. Er stellt fest, dass HeimbewohnerInnenvom Steuerungssystem der sogenannten Behindertenhilfe in ihrer persönlichenHandlungsökonomie und Persönlichkeitsentwicklung eingeengt werden, sodassWohnen, verstanden als eine auch emotionale Aneignungspraxis von Raum, kaumgelingen kann. Menschen mit Behinderung werden ‚bürokratiebehindert‘. Heime,die eigentlich als Unterstützungssysteme gedacht sind, werden durch das von ihnenaufgefächerte allumfassende pädagogische Protektorat selbst zuBehinderungsfaktoren, da sie Teilhabe an alltäglichen Praxen jenseits derInstitution teilweise massiv einschränken. Der Autor liefert abschließendkonkrete konzeptionelle und pädagogisch-praktische Vorschläge und Anregungen.