Nur Wenige wissen, dass im 19. und 20. Jahrhundert aus Slowenien Zehntausende von Arbeitssuchenden nach West- und Suddeutschland gelangten. Um 1872 verlieen die ersten slowenischen Bergleute und Landwirte die habsburgischen Kronlander Krain und Steiermark, um ins Ruhrgebiet zu ziehen. Dort wurden sie bald unter dem Namen Westfalische Slowenen bekannt. Mit dem deutsch-jugoslawischen Anwerbeabkommen von 1968 konzentrierte sich die slowenische Deutschlandmigration vor allem auf Bayern. Damals beschaftigte Audi in Ingolstadt ahnlich viele Arbeitskrafte aus Slowenien wie die Zechen am Niederrhein um 1900. Es lohnt sich, die Mobilitat, Ruck- und Weiterwanderung, die Wohnsituation und die Kultur der Migranten beider Epochen ebenso zu vergleichen wie deren konfessionelle Bindungen, die Arbeitskampfe und das Vereinswesen.