Ein zentrales Motiv fur die Annahme irreduzibler Dispositionen und Vermogen im Rahmen neuerer dispositionalistischer Theorien ist unser Selbstverstandnis als Handelnde. Wir erleben uns als Handelnde, die mittels diverser Vermogen aktiv den Lauf der Dinge beeinflussen konnen. Handelnd schreiben wir uns selbst kausale Krafte zu ebenso wie den Dingen, die uns umgeben. Worin genau besteht aber nun der Zusammenhang von Vermogen und Handlung? Wie verhalt sich eine realistische Auffassung von Dispositionen und Vermogen zum Gegensatz von agenskausalen und ereigniskausalen Handlungsmodellen? Worin unterscheiden sich die Vermogen lebendiger Wesen von den kausalen Kraften der unbelebten Natur? Wie lasst sich die fur das Verstandnis von Handlungen wichtige Differenz zwischen aktiven und passiven Vermogen explizieren? Kann eine Metaphysik kausaler Krafte erklaren, inwiefern wir in unserem Handeln frei sind? Der vorliegende Band bietet Antworten auf diese Fragen, die im Zuge der aktuellen Debatte um Vermogen und Dispositionen zunehmend in den Blickpunkt philosophischer Analysen rucken. Er verdeutlicht die philosophische Reichweite des dispositionalen Realismus als einer metaphysischen Position, die von unmittelbarer Relevanz ist fur die Kausalitatstheorie ebenso wie fur die Handlungstheorie und die Diskussion um Willensfreiheit, und richtet sich an alle, die sich fur den Zusammenhang von Vermogen und Handlung interessieren.