Der vorliegende Band untersucht das Zusammenwirken von Bergdarstellungen und Traumnarrativen in Literatur und Film aus epochen- und kulturraumubergreifender sowie intermedialer Perspektive. Dabei soll der Traum in seiner ganzen semantischen Spannweite in den Fokus geruckt werden, denn die komplexe Hybridisierung von Schlaftraum, Tagtraumerei und Wunschtraum scheint im Kontext von Bergnarrativen besonders sinnstiftend. Gleichzeitig wird durch die Analyse asthetischer Bergdarstellungen in onirischen Narrativen eine Re-Evaluierung etablierter Bergtopoi angestrebt. So soll die spezifische Wissens- und Kulturpoetik der Berg-Traum-Narrative herausgestellt werden. Zwischen Selbstfindung und Entfremdung, Fiktion und Referenzialitat, ruckwartsgewandter Traumabewaltigung und zukunftsgerichtetem Sehnsuchtsraum konstituieren sich asthetische Darstellungen von 'Traumbergen' und 'Bergtraumen' regelmaig durch eine ambivalente, dialektische Logik, die es zu untersuchen gilt.