Studienarbeit aus dem Jahr 2022 im Fachbereich Filmwissenschaft, Note: 1,7, Johannes Gutenberg-Universitat Mainz, Sprache: Deutsch, Abstract: Ich mochte mich in dieser Hausarbeit den Fragen widmen, wer in den Filmen die Akteure des Todes im Konflikt zwischen Mensch, Kultur, Natur und Technologie sind und wie der Tod im Allgemeinen dargestellt wird. Um dies herauszufinden, werden exemplarisch drei Filme ausgewahlt, da sie drei verschiedene Arten von Katastrophen behandeln: THE TOWERING INFERNO (FLAMMENDES INFERNO; USA 1974), AIRPORT (USA 1970) und EARTHQUAKE (ERDBEBEN; USA 1974). Die Hausarbeit hat zum Ziel, die Betrachtungswurdigkeit dieses Genres fur die Filmwissenschaft offenzulegen, damit es nicht mehr hinter seiner kommerziellen Fassade verschwindet. Zu Beginn der Hausarbeit wird der Katastrophenfilm generell definiert und skizzenhaft seine historische Entwicklung von den Anfangen des Bewegtbildes bis heute dargestellt. Danach werden kurz die Inhalte der Filme erlautert. Anschlieend werde ich mich damit auseinandersetzen, wer die Akteure des Todes sind, da dieser Sachverhalt nicht so eindeutig ist, wie es die Filme auf den ersten Blick vermitteln mogen. Des Weiteren wird beleuchtet, wie im Zuge des fiktiven und spektakularen Katastrophenszenarios der Tod (von Figuren) dargestellt oder gerade nicht dargestellt und welches Bild von Tod dabei den ZuschauerInnen vermittelt wird. Der Tod war im amerikanischen Kino der 1960er und 1970er Jahre allgegenwartig. Es war die Zeit des New Hollywoods. In BONNIE AND CLYDE (BONNIE UND CLYDE; USA 1967) werden die beiden titelgebenden Protagonisten im Finale des Films, das wie ein Todesballett anmutet, von hunderten Kugeln in Zeitlupe erschossen. Und in TAXI DRIVER (USA 1976) begibt sich Travis Bickle (Robert DeNiro) auf einen morderischen Vergeltungszug. Doch parallel lief in den Kinos etwas, mit dem man in dieser Zeit vielleicht nicht rechnen wurde: teure High-Concept-Filme mit Starbesetzung und Spezialeffekt-Exzessen, welche die heutigen Blockbuster schon vorwegzu-nehmen schienen. Die 1970er Jahre waren ebenso die Hochphase der Katastrophenfilme. Zwar wurden sie aufgrund ihrer Machart, die schon von Zeitgenossen als altmodisch wahrgenommen wurde, als Gegenentwurf zu New Hollywood gesehen. Dennoch war der Tod ebenfalls in ihnen omniprasent. Vielleicht waren sie gerade deshalb so erfolgreich.