Weltweit wurden bereits uber 70 000 Patienten mit einer tiefen Hirnstimulation ('Hirnschrittmacher') behandelt. Diese Art der Therapie wird vor allem bei Parkinson sehr erfolgreich angewendet, experimentell kommt sie auch bei Depressionen, Epilepsie, Zwangsstorungen und Cluster-Kopfschmerzen zum Einsatz. Bei einem Teil der Patienten lassen sich jedoch Personlichkeitsveranderungen beobachten, die von Apathie, Halluzinationen und Depressionen bis zu Leichtsinn, Kleptomanie und dem Verlust moralischer Urteilsfahigkeit reichen. Die tiefe Hirnstimulation soll den Zustand eines Patienten verandern - doch welche Veranderung betrachten er und seine Umgebung als erwunscht, welche Veranderungen der Personlichkeit erscheinen als vertretbar? Welches Verstandnis von Personlichkeit, Identitat oder Personalitat liegen diesen Einschatzungen und Wertungen zugrunde? Und: Mussen wir entsprechende philosophische Konzeptionen durch die Erfahrungen mit Eingriffen in das Gehirn neu denken? Vor welche ethischen und anthropologischen Herausforderungen stellt uns dies? Mit diesen und weiteren interdisziplinaren Fragen Setzen sich in diesem Band Expertinnen und Experten aus den Bereichen der Medizin, Psychiatrie, Psychologie, Soziologie, Philosophie und Theologie auseinander.