Das Thema des religiosen Opfers spielt im Judentum, Christentum und Islam eine zentrale Rolle. Wie aber wirkt sich der Blick der Anderen auf Suhne, Martyrium und Erlosung auf das eigene Verstandnis aus? Welche Herausforderungen entstehen fur eine komparative Theologie? Der vorliegende Band nimmt sowohl theologische als auch religionshistorische Uberlegungen und Ereignisse in den Blick, die den Opfer- und Martyriumsgedanken der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Islam mitbestimmen. Sie erfahren in der Gegenwart pazifizierende und Gewalt legitimierende Neudeutungen. Vor diesem Hintergrund wird der Frage nachgegangen, ob das Opfer - im auersten Fall das Martyrium - jeweils einer erlosenden Vergewisserung der Gottesbeziehung dienen kann, ohne dass die Gewalt in den Mittelpunkt des Geschehens und der Deutungen ruckt. Oder ist es doch eher Ausdruck einer gewaltformigen religiosen Selbst- und Gottesvergewisserung?