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Subjekt der Normalitat
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Subjekt der Normalitat

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Das Buch zeigt die historische Psychiatrie a s Muster und Motor einer spezifischen Konstituierung der Menschen als Subjekte. Dabei tritt eine schon sehr gegenwartige Gestalt in den Vordergrund: das Subjekt der Normalitat. Die psychiatrische Wissensproduktion erlangt um 1900 herausragende Deutungsmacht. Den groen Nervenkrankheiten - den Hysterien, Neurasthenien, traumatischen Neurosen und sozialen Pathologien - kommt dabei strategische Bedeutung zu. Sie erreichen in kurzer Zeit eine Publizitat, die es rechtfertigt, sie als erste mediale Krankheiten zu bezeichnen. Ihre Modelle bilden das Inventar noch heute gultiger Diagnosesysteme. An der Wende zum 20. Jahrhundert verschafft sich das psychiatrische Wissen weit uber die Klinik hinaus soziale Geltung. Als Gesellschaftswissenschaft avant la lettre interveniert die Jahrhundertwende-Psychiatrie erfolgreich in die Debatten um die Krise der Moderne, die soziale Frage, die Ordnung der Geschlechter, um Degeneration, Sozial- und Rassehygiene. Als interdisziplinares Projekt einer fruhen Public Health Policy wandelt sie den Diskurs uber die Kranken zunehmend in einen uber die Gesunden. Am Narrativ der klinischen Fallgeschichte (von Philipp Pinel bis Sigmund Freud), an Hunderten Krankenakten einer psychiatrischen Klinik (Innsbruck) und an Selbstbeschreibungen und Briefen von Patientinnen wird der Prozess beschrieben und verdeutlicht, wie das Konzept der Normalitat zusehends zum sozialen Distinktionsmitte wird.
Undertittel
Das Wissensarchiv der Psychiatrie: Kulturen der Krankheit um 1900
ISBN
9783846749807
Språk
Tysk
Utgivelsesdato
10.5.2019
Tilgjengelige elektroniske format
  • PDF - Adobe DRM
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