In den vergangenen Jahren sind die Emotionen und Stimmungen des Menschen immer starker in den Fokus der philosophischen Aufmerksamkeit geruckt. Wahrend jedoch Emotionstheorien, die sich an den Begrifflichkeiten und Kategorien der Psychologie orientieren, Emotionen, Stimmungen und auch Atmospharen als rein subjektive mentale Phanomene auffassen, kann die phanomenologische Beschreibung diesen Interpretationsansatz nicht stutzen. Das vorliegende Buch stellt sich darum die Aufgabe, das Verhaltnis von Atmospharen, Stimmungen und Emotionen neu zu bestimmen. Im Zentrum der Untersuchung steht dabei das Spannungsfeld von Affektivitat und Wahrnehmung. Dieser Ansatz erlaubt es nicht nur, rein mentalistische Konzeptionen der Stimmungen und Emotionen zu kritisieren, sondern daruber hinaus auch, die gesamte leiblich fundierte Existenz des Menschen als stets affektiv vorgepragt auszuweisen. Diese Grundaffektivitat verwirklicht sich, so die These des Buches, im steten Wechsel von Situationserfahrung und Gegenstandswahrnehmung und bildet die Voraussetzung fur die Orientierung des Menschen in einer von Bedeutsamkeit erfullten Welt.