Wer Anzeige wegen sexualisierter Gewalt erstattet oder anderen dazu rat, wird sich einen positiven Effekt erhoffen. In der Realitat erfahren Betroffene in Strafverfahren jedoch oft zusatzliche Schadigungen, eine sogenannte sekundare Viktimisierung. Im Rahmen dieser Arbeit wurden elf narrative Interviews ausgewertet, um mehr uber die sekundare Viktimisierung in diesem Kontext, ihre Ausformungen und Entstehungshintergrunde zu erfahren. Als Ergebnis werden acht sekundare Viktimisierungseffekte und vier sekundar viktimisierende Strukturen prasentiert. Daran anschlieend werden rechtspolitische Empfehlungen abgeleitet, die darauf gerichtet sind, die Erfahrungen Betroffener in Strafverfahren wegen sexualisierter Gewalt ganzheitlich zu verbessern.