Politische Macht an sich ist unsichtbar. Um zu erscheinen, ist sie auf Fiktionen angewiesen: Der machtvolle Politiker oder der Wille des Volks wird in politischen Inszenierungen sichtbar gemacht. Der Band untersucht asthetische Konzepte, die in politischen Inszenierungen in der Geschichte Europas wirksam waren und sind.Ziel des Bands ist eine Antwort auf die Frage, wie asthetische Praktiken politisch wirksam werden - und wie sie in asthetischen Werken reinszeniert werden. Die Beitrage analysieren in literatur-, kultur- und medienwissenschaftlicher Perspektive die politische Asthetik ebenso in Schillers Jungfrau von Orleans oder Novalis' Glauben und Liebe wie in der Tiersymbolik der Politik oder der politischen Asthetik der Wahrheitskommissionen in Sudafrika. Es geht weniger um eine Systematik moglicher Zugriffe auf die Frage der politischen Asthetik als vielmehr um die Sichtbarmachung moglicher Forschungsperspektiven.