Die Psychoanalyse vermag, wie Freud selbst verwundert feststellte, 'durch blo e Rede' zu heilen. Wie dies genau zu verstehen ist, kann auch ber hundert Jahre und etliche Theorieentw rfe sp ter nicht befriedigend gekl rt werden. Es gilt daher erneut die Frage zu stellen: Wie ist es m glich, mit Worten zu heilen? Anders gefragt: Was sagt es ber das Menschsein aus, wenn Erz hlungen dar ber (mit-)entscheiden, ob ein Mensch ein leidvolles oder 'gesundes' Leben zu f hren vermag? Ausgehend von anthropologischen Grund berlegungen wird die Bedeutung von artikulierender Selbsterkenntnis im Medium der Erz hlung dargelegt. Der Fokus liegt hierbei auf der Entwicklung eines narratologisch informierten Begriffs der biographischen Erz hlung, welcher verst ndlich werden l sst, wie das Erz hlen des eigenen Lebens trotz poetischer Freiheitsgrade und der untilgbaren Tendenz zur narrativen Selbstt uschung m glich und letztlich heilsam ist.