Die Frage nach dem Verhaltnis von Literatur und Philosophie ist bis heute Gegenstand intensiver Debatten. Anhand von Musils Der Mann ohne Eigenschaften macht Gnuchtel die in Frage stehende Philosophizitat literarischer Texte als Textverfahren narrativer Argumentation explizierbar. In Auseinandersetzung mit der literaturtheoretischen und sprachanalytischen Fiktionalitatsforschung sowie der Musilforschung entwickelt Gnuchtel einen Analyseapparat, der Musils Text in ein neues Licht ruckt. Er zeigt, wie literarische Erzahltexte philosophische Thesen aufstellen und argumentativ begrunden. Musils Werk erweist sich als prototypischer Text, der die Grenzen zwischen Literatur und Philosophie durch Verfahren narrativer Argumentation unterlauft. Die Studie leistet einen systematischen Beitrag zur theoretischen Debatte um Literatur und Philosophie und bereichert die Philologie um wichtige Erkenntnisse zu Musils epochalem Mammutfragment.