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Morbides Denken
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Morbides Denken

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Nicht weniger als die Verdrangung des Todes selbst scheint heute die Klage daruber und der wohlfeile Ruf nach einer neuen ars moriendi zur Plattitude geronnen zu sein. Leben wir nicht langst in einer Kultur des Todes , wie sie Johannes Paul II. 1995 in seiner Enzyklika Evangelium vitae diagnostizierte?Der Tod scheint in der Mitte der Gesellschaft angekommen, aus der einem tagtaglich das Schwadronieren der Ethiker und Technokraten uber ein vorgeblich selbstbestimmtes Sterben , einen wurdevollen Tod und die medizinisch-gesellschaftliche Optimierung der Sterbehilfe entgegenschallt. Ob das morbide Denken in dieser Lage Symptom, Notlosung oder eine Moglichkeit ist, den Tod als Sehnsuchtsgestalt, als Moment der ultimativen Subversion und als groes Leinenlos wiederzugewinnen, bleibt eine offene Frage. Klar ist nur: Das morbide Denken widerstrebt der ethischen Instrumentalisierung. Es hilft nicht, den Tod zu bewaltigen, sondern fadelt sich in die Hinfalligkeit der menschlichen Existenz ein. Deshalb gebardet es sich eher erotisch als weisheitlich. Es ist keine Lebenskunst, sondern eine Leidenschaft.
ISBN
9783657785384
Språk
Tysk
Utgivelsesdato
22.7.2019
Tilgjengelige elektroniske format
  • PDF - Adobe DRM
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