Zitieren, Kopieren und Rekonstruieren sind gangige Verfahren im architektonischen Alltag. Anstatt sie zu verbergen, um den Originalitatsanspruch der Moderne zu wahren, werden sie in diesem Buch offengelegt. Vier Architekten berichten im Gesprach mit den Herausgebern uber mimetische Praktiken ihrer Entwurfsarbeit seit den 1990er Jahren. Der bewusst weit gespannte Rahmen umfasst sowohl formal-gestalterische Aspekte als auch prozessuale Formen der architektonischen Mimesis. Neben gangigen Analogiebildungen zum architektonischen Kontext, zu lokalen Bautraditionen oder zur Vorgangerbebauung finden anthropomorphe und biologische Bilder sowie philosophische Diskurse Beachtung. Die Gesprache spiegeln die zentrale Bedeutung mimetischer Praktiken fur die neuere Architektur und Architekturtheorie wider und verstehen sich damit auch als Beitrag zur jungsten Phase der Architekturgeschichte.