Studienarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Medien / Kommunikation - Medien und Politik, Pol. Kommunikation, Note: 1,0, Universitat Koblenz-Landau (Kulturwissenschaft), Veranstaltung: Kommunikation, Medien und Kultur: Medienaneignung, Sprache: Deutsch, Abstract: Mithilfe dieser Arbeit soll argumentiert werden, inwieweit Memes Ausdruck des postmodernen aktiven Konsumenten sind, der seine Umwelt nicht mehr nur passiv wahrnimmt, sondern aktiv Einfluss auf sie nehmen will. Dabei fungieren Memes als Form einer widerstandigen Lesart (Michel de Certeau), mit der auf kreative und humoristische Weise Protest ausgedruckt wird. Nach dem Versuch einer Definition soll zunachst auf das semiotische Konzept der Memes eingegangen werden, wobei ihre sprachlichen Besonderheiten unter Berucksichtigung medialer und dispositiver Faktoren aufgeschlusselt werden. Anschlieend soll erklart werden, inwiefern Memes in Zeiten des vernetzten Individualismus zu einer kollektiven Identitat beitragen, was einen der Grunde fur ihre globale politische Wirkmacht darstellt. Eben jener Punkt soll im Anschluss diskutiert werden: Auf welche Weise und mit welcher Intensitat mischen sich Memes in den politischen Diskurs ein und was machen sie mit ihm? Beispielhaft hierzu sollen auf der Produktebene Memes dienen, die als Reaktion auf den Brand der Notre-Dame de Paris und dem Feuer im Amazonas-Regenwald 2019 entstanden. Zum Schluss sollen eine kritische Wertung sowie ein abschlie endes Fazit folgen, welche unter anderem erortern, ob bei der rein satirisch-humoristischen Lesart von politischen Ereignissen uberhaupt von ernsthafter Kritik gesprochen werden kann oder ob Memes nicht doch nur Teil einer digitalen Humorkultur sind oder sogar Ausdruck einer alles-aufs-Korn-nehmenden kollektiven Lethargie. Kann Vergnugen als politischer Akt des Widerstandes verstanden werden?