Das Buch zeigt auf, wie Frauen in ihren Werken ein Forum fur gesellschaftspolitische Erorterungen schufen, die die Leserinnen zum Uberdenken der Stellung der Frau in der Gesellschaft anregen sollten. Es geht der Frage nach, wie Frauenromane Kindsmord, hausliche Gewalt sowie Scheidung und Ehelosigkeit literarisierten. Unter den besprochenen Werken findet sich u. a. Sophie von La Roches Roman Die Geschichte des Frauleins von Sternheim, der schreibenden Frauen den Weg fur die Artikulation ihrer Anliegen geebnet hat. Die Verfasserin kann nachweisen, dass Frauenromane Problemkreise aufgriffen, die zugleich den zeitgenossischen Diskurs um die Formulierung der Zivilgesetze bestimmten: die Bestrafung von Kindsmorderinnen, das Zuchtigungsrecht und die Ehescheidung. Obwohl die Prasenz dieser Themen in der Literatur von Frauen kaum verwundert, ist dieser Tatsache bisher in der Literaturwissenschaft wenig Beachtung geschenkt worden.