Augustinus und der Pelagianismus stehen fur zwei kontrare Positionen christlicher Theologie. Der Pelagianismus ist dabei eine haresiologische Konstruktion von Augustinus, die Auseinandersetzung mit dem Pelagianismus pragte wiederum Augustinus' Gnadenlehre nachhaltig. Die vorliegende Monographie stellt ausgehend von der Analyse der Schrift Contra duas epistulas Pelagianorum"e; dar, wie Augustinus zwischen 411 und 421 den Pelagianismus als Haresie definierte und zugleich seine Gnadenlehre weiterentwickelte. Als Grundlage verwendete Augustinus dabei das soteriologische Konzept von Heilsstadien. Mit diesem gelang es ihm, verschiedene Themenfelder wie Gnaden- und Sundenlehre, Paulusexegese und Christologie zu verknupfen und antipelagianisch zu profilieren. Damit findet sich in den antipelagianischen Schriften eine Synthese von Augustinus' spater Theologie, wodurch sich viele Querbeziehungen zwischen Augustinus' Antipelagianismus und Auseinandersetzungen mit anderen Haresien aufzeigen lassen.