In seinem eindrucksvollen Essay Im Schwarm analysiert der Philosoph Byung-Chul Han, wie die digitale Revolution, das Internet und die sozialen Netzwerke das Wesen der Gesellschaft grundlegend verandert haben. Laut dem Autor hat sich eine neue Masse gebildet: der digitale Schwarm, der im Gegensatz zur klassischen Masse aus isolierten Individuen besteht, ohne Seele und ohne ein "e;Wir"e;, das gemeinsames Handeln ermoglichen wurde. Es bleibt nur Larm, der die Entstehung einer Gegenmacht verhindert, die die bestehende Ordnung infrage stellen konnte. Nach Han haben wir die biopolitische Epoche hinter uns gelassen; heute dominiert die digitale Psychopolitik, deren Psychomacht wesentlich effizienter ist, da sie Menschen von innen heraus uberwacht und lenkt.