Im Suden Kyotos, an der einschienigen Schnellbahn der Kaihan-Linie gelegen, nur eine Haltestelle auerhalb der Stadt, ist ein Kloster. Eine labyrinthische Steigung fuhrt den Enkel des Prinzen von Genji an diesen abgelegenen Ort. Irgendwo hier mute er sein, der schonste Garten der Welt. Wie von selbst werden seine Schritte durch die Klosteranlage gelenkt. Eine ausgeklugelte Bauweise hat die Natur in Form gebracht, jedes Ding hat seinen Platz und seine wohlgeformte Gestalt eine Bedeutung an sich. Und so eroffnet sich ein feiner, minutioser Blick auf die Natur, auf Pflanzen, Wind und Vogel, wie auch auf die Architektur, auf Pagoden, Hofe, Terrassen. Das Kleine gro werden zu lassen, Unauffalliges in den Mittelpunkt zu rucken, die Bedeutung zu erkennen, die selbst dem scheinbar Zufalligen innewohnt, Schonheit im Alltaglichen aufzuspuren und das ordnende Prinzip im angeblichen Chaos zu benennen, all das leistet Laszlo Krasznahorkai bei seinem Ausflug in die japanische Landschaft und in Japans Ideen- und Gedankenwelt. Entstanden ist ein literarisches Kleinod von ungekannter Tiefe, ein meditativer Text, der auch europaische Gemuter lehrt, sich in die zirkulare Denkweise des fernen Ostens einzufuhlen.