Norman G. Finkelstein ist zu einer Schlusselfigur deutscher Debatten um NS-Vergangenheit, Antisemitismus und Israel geworden. Immer wieder wird er von Kritikern einer Shoah-Instrumentalisierung zum Beleg ihrer Thesen angefuhrt - oftmals mit Verweis auf seine Abstammung von Shoah-Uberlebenden. Warum sein Buch Holocaust-Industrie in Deutschland ein Bestseller im Kontext der Zwangsarbeiterentschadigung wurde, was die deutsche von der US-Debatte unterscheidet und warum Finkelstein ein Kronzeuge fur Antisemiten bis hin zur extremen Rechten ist - diese Fragen werden in der Arbeit untersucht. Dabei wird die Finkelstein-Debatte in den Rahmen der deutschen Debatten um Vergangenheitsaufarbeitung eingeordnet und aufgezeigt, dass sie einen Wandel der Erinnerung an den Nationalsozialismus und die Normalisierung des sekundaren Antisemitismus reprasentiert.