Paul Ricœur (1913-2005) war einer der bedeutendsten und produktivsten Religionsphilosophen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Durch seine breitgefächerten Schriften wurde ein selbstreflexiver und kritischer Zugang zur Hermeneutik zum unerlässlichen Instrument für die philosophische Interpretation der komplexen Textwelten religiöser Traditionen und der kritischen Reflexion kultureller Phänomene. Seine philosophische Hermeneutik trug der mangelnden Transparenz des menschlichen Selbsts Rechnung und der damit verbundenen Komplexität direkter und indirekter Kommunikation in Religion und Kultur. Anlässlich des 100. Jubiläums seines Geburtstags untersuchen und beurteilen die Beiträge dieses Bandes Ricœurs Beiträge zum hermeneutischen "turn" in der Religionsphilosophie.