Als napoleonische Truppen 1807 in Lissabon einmarschierten, segelte der portugiesische Monarch Joao (VI) samt Gefolge gen Brasilien. Rio de Janeiro war nun das Zentrum des Reiches, das Verhaltnis von Mutterland und Kolonie stand auf dem Kopf. Auf Basis von Polizei- und Regierungsdokumenten aus brasilianischen und portugiesischen Archiven beleuchtet die Studie den Erhalt des imperialen Raums bis zur Unabhangigkeit Brasiliens (1822) unter schwierigen Bedingungen. Wann und wodurch stiess das Imperium an die Grenzen seiner Macht? Die Antwort mag uberraschen: Es waren keine nationalen Bewegungen, die dem Imperium gefahrlich wurden. Historisch wirksam war ein Phanomen, das die Herrschenden auf beiden Seiten des Atlantiks selbst produzierten und an dem sie schliesslich scheitern sollten: die globale Krise.