Im Horizont der Globalisierung fordert insbesondere die Politik ein globales Ethos, das das friedliche Zusammenleben der verschiedenen Nationen mit je eigenen Kulturen, Wert- und Weltanschauungssystemen in der Einen Welt ermoglichen soll. Erwartungen richten sich diesbezuglich an die Weltreligionen mit ihrem Selbstanspruch, sittliche und spirituelle Ressource eines friedlichen Zusammenlebens zu sein. Neben der Ethostradition der katholischen Kirche werden angesichts der geostrategischen und wirtschaftlichen Bedeutsamkeit Indiens und Chinas die Denksysteme von Hinduismus, Konfuzianismus und Daoismus hinsichtlich ihres Beitrags zu einem globalen Ethos befragt. Ohne Ignoranz gegenuber oder Harmonisierung der festgestellten Andersheit des Anderen wird eine Theologie der Aufmerksamkeit fur den 'Anderen' vorgelegt, die aus den Lernerfahrungen des interreligiosen Dialogs Impulse fur die politische Gestaltung einer Weltarchitektur bereitstellt.