Mikroskopische Vergroerungen sind instrumentell konstruierte Sichtbarkeiten, die nur im Mikroskop betrachtet werden konnen und keine Referenz in der fur uns sichtbaren Wirklichkeit aufweisen. Sie konnen daher nicht hinsichtlich ihrer Richtigkeit"e; und Wahrheit"e; uberpruft werden.Wird die Vergroerung fotografiert, ubertragt sich die Unsicherheit uber die Richtigkeit des zu Sehenden auf die Aufnahme: Sie zeigt ein instrumentell konstruiertes Bildobjekt von fragwurdiger Existenz. Mikrofotografien evozieren somit die Frage, wie mit diesen Aufnahmen insbesondere in einer Zeit umgegangen wurde, in der dem fotografischen Bild Wahrhaftigkeit"e; und Objektivitat"e; zugesprochen wurde. Die Autorin findet hierauf Antworten, indem sie sowohl die theoretischen Debatten uber den Einsatz der Fotografie in der Mikroskopie im 19. und fruhen 20. Jahrhundert untersucht als auch verschiedene praktische Umgangsformen und Verwendungskontexte von Mikroaufnahmen analysiert.