Die Anamorphose kam als optische Technik in der Renaissance auf. Sie ist im wortlichen wie im ubertragenen Sinne das Zerrbild der geometrischen Zentralperspektive, als deren unheimliche Doppelgangerin sie erscheint. In diesem Buch reflektieren Beitrage aus unterschiedlichen kulturwissenschaftlichen Disziplinen anamorphotische Figurationen in Kunst, Literatur und Philosophie. Die Schnittstellen von instrumentellen Visualisierungsstrategien und den Kunsten werden so historisch und theoretisch beschreibbar. Dabei wird uber den kunsthistorischen Zusammenhang hinaus die Anamorphose als Denkfigur, Metapher und theoriestrategisches Kalkul in den Blick genommen.