Seit den 1960er Jahren standen Anstalten"e; in der Kritik. Sie galten als starres Instrument der Sozialpolitik, als totale Institutionen und Widerspruch zu zeitgemaen Lebensformen. Deinstitutionalisierung"e; lautete das neue Paradigma. Der gesellschaftliche Umgang mit Hilfebedurftigen und Randgruppen sollte nicht langer der Eigenlogik eines ghettoisierenden Systems folgen, sondern individuellen Bedurfnissen und Anspruchen der Betroffenen Rechnung tragen. Seither entwickelten sich offene, integrative und gemeindenahe Hilfeangebote und -formen. Die Autorinnen und Autoren spuren diesen Entwicklungen auf unterschiedlichen Feldern nach. Sie fragen nach Entstehungsbedingungen, Widerspruchen und Beharrungskraften. Schlielich war der Wandel keine konfliktfreie Erfolgsgeschichte. Das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben musste von den Betroffenen haufig erst erstritten werden. Regional und transnational vergleichend nehmen die Beitrage die Heimerziehung und die Jugendhilfe, die Versorgungsstrukturen fur Menschen mit Behinderungen, die Psychiatrien sowie den Umgang mit Strafgefangenen, Obdachlosen und Suchterkrankten in den Blick. Damit eroffnet der Band erstmals einen systematischen Uberblick uber das Ende der Anstalten"e; seit den 1970er Jahren.