Fur Dr. Norden ist kein Mensch nur ein 'Fall', er sieht immer den ganzen Menschen in seinem Patienten. Er gibt nicht auf, wenn er auf schwierige Falle stot, bei denen kein sichtbarer Erfolg der Heilung zu erkennen ist. Immer an seiner Seite ist seine Frau Fee, selbst eine groartige Arztin, die ihn mit feinem, haufig detektivischem Spursinn unterstutzt. Dr. Norden ist die erfolgreichste Arztromanserie Deutschlands, und das schon seit Jahrzehnten. Mehr als 1.000 Romane wurden bereits geschrieben. Die Serie von Patricia Vandenberg befindet sich inzwischen in der zweiten Autoren- und auch Arztgeneration. Fur Alix Fassbender begann dieser Tag wie jeder andere. Punkt sechs Uhr lautete der Wecker, denn sie war eine Fruhaufsteherin. Allerdings musste sie sich wenigstens zehn Minuten rekeln, und dazu stellte sie das Radio an. Sie horte die Fruhnachrichten und war froh, wenn der neue Tag nicht mit einer Schreckensnachricht begann. Aber sie hatte eine ebenso realistische wie positive Einstellung zum Leben und hatte sich damit abgefunden, auch mit den schrecklichen Ereignissen zu leben. Ein etwas komisches Gefuhl hatte sie heute Morgen im Hals, aber dem ma sie auch keine allzu gro e Bedeutung bei, da sie am Abend zuvor mit Freunden einen gro en Auftrag gefeiert hatte. Es war spat geworden, und man hatte auch ganz hubsch etwas durch die Kehle rinnen lassen. Alix war vierunddrei ig, eine bekannte Architektin, und bei ihren verheirateten Freundinnen als Karrierefrau und Intelligenzbestie verschrien. Freilich sagte man ihr das nicht. Zu ihr war man immer nur freundlich und sogar ein bisschen nachsichtig, da man sie schon der alten Jungfer zusteuern sah. Alix wusste dennoch genau, was man uber sie dachte und redete, und es amusierte sie. Sie brauchte ihr Licht nicht unter den Scheffel zu stellen. Sie sah blendend aus, gro , schlank, langbeinig. Ja, Beine hatte sie, um die sie insgeheim doch von jeder anderen Frau beneidet wurde, wenn auch manch andere, die mit einem glatten Puppengesicht ausgestattet war, es ablehnte, sie als schon zu bezeichnen. Ihr ausdrucksvolles, interessantes Gesicht mit dem lebhaften Mienenspiel zog freilich manchen Mann an, erschreckte ihn aber auch gleichzeitig, weil er sich unwillkurlich unterlegen fuhlte. Alix hatte nichts gegen Manner. Sie betrachtete diese als Partner, wollte aber von ihnen nicht als Weibchen eingestuft werden. Sie war jedoch noch keinem begegnet, fur den sie ihre Freiheit und Unabhangigkeit hatte aufgeben wollen. Die Nachrichten waren vorbei, der Wetterbericht war verhei ungsvoll. Sie wollte am Nachmittag zum Segeln an den Starnberger See fahren.