Diplomarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Jura - Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie, Rechtsgeschichte, Note: 1,0, Universitat Wien, Sprache: Deutsch, Abstract: Sonderlinge, Blod- und Wahnsinnige, Geisteskranke und Geistesschwache, geistig behinderte oder psychisch beeintrachtige Personen - genauso wie sich die Bezeichnung fur schutzberechtigte Personen anderte, erlebte auch das Erwachsenenschutzrecht zahlreiche Reformen und Umgestaltungen. Diese Diplomseminararbeit konzentriert sich auf die Entstehungsgeschichte sowie die Vorganger der Vorsorgevollmacht und uberdies ihre Entwicklung bis zum 2. Erwachsenenschutz-Gesetz. Bereits 1811, zum Zeitpunkt der Kundmachung des Allgemeinen Burgerlichen Gesetzbuches ABGB, machte sich der Gesetzgeber daruber Gedanken, wie in ihrer Geschaftsfahigkeit beeintrachtigte Personen am taglichen Rechtsverkehr trotz krankheitsbedingter Einschrankungen teilnehmen konnen. Warum diese Problematik in der Gegenwart und insbesondere in der nahen Zukunft eine gro e Rolle spielen wird, lasst sich mithilfe des jetzigen und kunftigen medizinischen Fortschrittes und des zunehmenden, durchschnittlichen Lebensalters der Bevolkerung erklaren. Um dies statistisch zu betrachten, zeigt eine Untersuchung basierend auf einer Auswertung des Institutes fur Rechts- und Kriminalsoziologie, dass sich die Anzahl von Sachwalterschaften von Beginn der 1990er Jahre bis zum Anfang des 21. Jahrhunderts versiebenfacht hatte. Ebenso berichtet eine Studie des Bundesministeriums fur Justiz, dass sich die Menge von Sachwalterschaften von 2003 mit osterreichweit 30.000 Sachwalterschaften bis 2015 auf uber 60.000 Sachwalterschaften verdoppelt hatte.