Paris nimmt unter den im Zweiten Weltkrieg besetzten Stadten einen besonderen Platz ein: Fur die deutschen Besatzer war die Stadt ein von vielerlei Klischees besetzter Sehnsuchtsort, fur die Pariser ein Raum gefahrlicher Balance zwischen Widerstand und Kollaboration.Bernd Wegners Buch zeichnet ein Bild davon, wie deutsche Soldaten und zivile Besatzer Paris in den Jahren des Krieges sahen. Die franzosische Hauptstadt in deutscher Hand - das war keine gemeinsame Realitat, sondern eine Fulle konkurrierender, oftmals widerspruchlicher Erfahrungen. Wegner gibt in seiner dokumentarischen Collage einer grotmoglichen Vielfalt zeitgenossischer Stimmen und Bilder Raum. Im kritischen Blick des Historikers werden diese Eindrucke vom Leben der Besatzer zwischen Siegeseuphorie und Zukunftsangst in ihrer Doppeldeutigkeit erkennbar: Sie zeigen auf den ersten Blick nur das, was die Besatzer sehen und berichten wollten. Aber dennoch scheint hinter Ihnen die harsche Wirklichkeit einer besetzten Stadt auf.