Inwiefern beeintrachtigte eine Enzyklika von 1910 den gesellschaftlichen Frieden im Reich? Warum erklarte der Papst das Bayerische Konkordat von 1924/25 zum Mustervertrag fur alle weiteren Staatskirchenvertrage? Und wieso gelang es 1919, die bayerische Gesandtschaft am Heiligen Stuhl gegen den erklarten Willen des Reichs zu erhalten, 1933/34 aber nicht? Vor dem Horizont bayerischer wie deutscher Politik wird das Wirken des letzten bayerischen Gesandten in Rom (1909-1934) einer intensiven Analyse unterzogen. War 1871 noch uber finis bavariae lamentiert worden, stellte die Kirchenpolitik auch unter den Bedingungen von Kaiserreich und Weimarer Republik dasjenige Feld dar, auf dem Bayern weiterhin Deutschland-, ja sogar Auenpolitik betreiben konnte.