Die Weimarer Republik und mit ihr das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold seien gescheitert, weil es zu wenige Demokraten gegeben habe, um die erste parlamentarische Demokratie in Deutschland zu verteidigen. So in etwa l sst sich der jahrzehntelang g ngige wie vermeintlich plausible Kanon der Intellektuellen in Wissenschaft, Bildung und Kultur in der alten Bonner Republik auf einen Nenner bringen. In der bundesrepublikanischen politischen Landschaft diente Weimar fortan als Schreckgespenst politischer Instabilit t, Ineffizienz und der Anf lligkeit f r totalit re Verirrungen. Kurzum: Weimar galt als Paradebeispiel daf r, wie Demokratien von Demokraten aufgegeben werden. Das Resultat dieses schlechten Leumunds, das der Weimarer Republik und ihren St tzen aus der SPD, den Liberalen und dem Zentrum ausgestellt wird, ist das Kleinreden und die fehlende W rdigung demokratischen Fortschritts trotz der belastenden Kriegsfolgen wie Revolutionen, Streiks, politischer Gewalt, Extremismus, Inflation und Weltwirtschaftskrise. Dies haben Historiker seit der Jahrtausendwende herausgearbeitet. Mit der Neuentdeckung des Reichsbanners als Gegenstand historischer Forschung wurde deutlich, dass das Reichsbanner viel mehr war als eine Republikschutzorganisation, sondern die gr te berparteiliche, politische-demokratische Massenorganisation der damaligen Epoche. Welche Rolle das neu gegr ndete Reichsbanner als Verband innerhalb des Tr gerkreises historisch-politischer Bildungsarbeit einnehmen kann, dar ber soll dieses Buch Aufschluss geben.