Das um 1640 erstmals eingesetzte Verfahren der Monotypie erlebte im 19. Jahrhundert einen ungeahnten Siegeszug. Insbesondere die Impressionisten schopften die Potenziale dieser zwischen Zeichnung und Druck oszillierenden Technik virtuos aus. Bei der Monotypie wird Farbe, ohne jede Gravur, direkt auf einer Platte verteilt, so dass nach dem Abdruck der Platte auf einen Papierbogen hochstens ein bis zwei weitere Abzuge moglich sind. Diese fallen jedoch notwendig blasser aus. Das Verfahren fordert zur raschen Umsetzung eines Bildes auf und ubersetzt die kunstlerische Handschrift wirkungsvoll ins gedruckte Bild. Wenn die Monotypie aber nur Unikate herstellt, wieso wird dann uberhaupt mit einem mechanischen Vorgang, dem Druck, gearbeitet, der doch gemeinhin dem Zweck der Vervielfaltigung dient? Und welche Rolle spielt der Druck als sinnstiftendes Moment, wenn der monotypische Grund spater bei Kunstlern wie Edgar Degas durch Pastell uberlagert wird? Ausgehend von der Hybriditat des Mediums werden im vorliegenden Buch die historischen Voraussetzungen und kunstlerischen Beweggrunde fur den durchschlagenden Erfolg der Monotypie im 19. Jahrhundert nachgezeichnet.