Was wissen Zeugen? Die neue Studie "e;Zeugenschaft. Das Recht der Literatur"e; untersucht die gemeinsame Geschichte von juristischer und literarischer Wahrheitsfindung. Ohne das Wissen von Zeugen konnte kaum ein Gerichtsverfahren zu Ende gefuhrt werden. Zeugen sind notwendig, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Dabei ist jedem Juristen klar: Zeugenaussagen stammen von unzuverlassigen Erzahlern. Sie geben subjektive Sichtweisen, wo man gern auf Objektivitat vertrauen wurde. Mit Hilfe des Zeugen aber konnen Tatsachen im Zusammenhang begriffen werden. Und erst dadurch wird es moglich, uber vergangene Ereignisse zu verhandeln. Der Zeuge verkorpert den narrativen Kern des Rechts - und das Recht der Literatur, von Welt und Wahrheit zu erzahlen. Das Buch rekonstruiert diesen Zusammenhang ausgehend von der Epoche der Aufklarung, die gleichermaen ein neues, zeugenschaftliches Beweisrecht und neue literarische Formen schuf, die von der Figur des Zeugen getragen wurde.