Welche Bedeutung hat die Gliederung der Geschichte in Epochen fur die historische Forschung und welche Differenzierungen konnen als plausibel gelten? Die Beitrage des Bandes gehen davon aus, dass Epocheneinteilungen - oder ihr Fehlen - die Perspektive auf die Quellen und ihre Interpretation mageblich beeinflussen konnen. Die Basis fur diese Argumentation bieten die in den Beitragen diskutierten Definitionen und Kriterien fur Epocheneinteilungen. Bei aller Unterschiedlichkeit votieren die Texte fur die Vormoderne"e; als Epochenbezeichnung fur den Zeitraum vor 1800 und relativieren damit die ubliche Differenzierung zwischen Mittelalter und Fruher Neuzeit. Beteiligt sind Kolleg*innen mit Forschungsschwerpunkten in Antike, Mittelalter und Fruher Neuzeit. Drei Kolleg*innen mit Expertise im 19. und 20. Jahrhundert haben die Beitrage kommentiert und aus ihrer Perspektive eingeordnet. Der Band verdankt sich einer Vortragsreihe, in der Bielefelder Kolleg*innen sich anlasslich der Einrichtung des Profilbereichs Vormoderne' an der Universitat Bielefeld zu dem Konzept Stellung bezogen. Im Ergebnis zeigen die Beitrage, dass ein differenziertes Bild der Gesellschaft der Gegenwart ganz wesentlich in ihrer Bezogenheit zur Vormoderne gewinnen lasst.