Die asthetische Prasenz von Schrift ist nie rein dekorativ. Sie bietet einen Zugang zu ihrer inneren Organisation. Unser Blick wird fruh darin geschult, die Spatien beim Lesen auszublenden und als neutralen Hintergrund ohne Bedeutung fur den Sinn des Textes zu sehen. Zwischenraume beim Druck sind aber keineswegs leer. Letter und Lucke sind keine Gegensatze, sondern ineinander verzahnte, sich komplementar erganzende Korper, die den Text als ein geometrisches Raster prasentieren. Von Lettern und Lucken betrachtet die Ordnung der Schrift im Bleisatz aus literaturwissenschaftlicher Sicht. Dabei werden literarische Drucktexte mit auffalligen typographischen und semantischen Lucken vorgestellt und von der anderen Seite des Schwarz-Wei-Kippbildes her neu gelesen und neu gesehen.